trint+kreuder
abcd Lückenvisionen, Köln

Die Topographie der Stadt muß Allgemeingut sein. Öffentliche Hand und private Eigner stehen dazu in wechselseitiger Verantwortung, garantieren einerseits eine zeitgemäße infrastrukturelle Versorgung bzw. erlauben andererseits der Allgemeinheit Wegerechte und ähnliches auf privaten Grund. So ist es naheliegend,, die Grundfläche der Baulücke als Überlagerung der beiden sich gegenüberliegenden städtische Räume der straße und des Parks zu begreifen. Die erhöhte Lage des Parks ermöglicht es dabei, den Straßenraum in die Tiefe des Grundstücks fingerartig in Richtung des Park einzuschreiben, den Park gegenläufig in Richtung Straße greifen zu lassen. Auf diesen Ausläufern des Parks ruhend spannen vier transluzente Atelierscheiben quer in der Lücke, dicht hintereinander gestaffelt. Jede für sich bildet eine autarke Kombination aus gewerblich nutzbarer Atelierfläche, oben wo die Sonne am besten hingelangt, mit einer zugeordneten Wohnung. Eine Dachterrasse darüber mit Blick über die städtische Dachlandschaft bildet jeweils den Abschluß der vertikal organisierten Atelierscheiben.

autarke vertikale Ateliers _ Kaleidoskop

Gemäß der Ausgangsbedürfnisse werden die Einheiten bei vollem Raumvolumen zunächst einmal nur mit der notwendigen nutzbaren Fläche ausgestattet. Zu Anfang dominieren hohe Atelierräume, beschränken sich womöglich die privaten Bereiche auf eine oberstes Geschoß. Gemäß den Zyklen betrieblicher Aktivität kann der Raum des Ateliers komprimiert und seine Grundfläche bis auf ca. 500 m2 expandiert werden. Eine solche funktionale Adaptivität über mobile Decken- und Wandelemente vermag sowohl Phasen erhöhter produktiver Intensitäten als auch Phasen lässiger Entspanntheit und kreativer Erholung durch Aus- und Rückbau Platz zu schaffen. Diese räumliche Flexibilität erlaubt es beispielsweise für kurzfristige Aufträge die eigen Produktivität durch spezialisierte „Gäste“ zu erhöhen, ihnen während dieser Zeit sogar innerhalb des Ateliers Platz für Schlaf und Erholung anzubieten.