trint+kreuder
pank

 

Umbau/Aufstockung eines Mehrfamilienhauses

Schlossallee 15 / 13156 Berlin-Pankow // BGF: 585 m2 // Baukosten: 800.000 DM // Bauzeit: 3/2000 ­ 11/2000

Ausgangspunkt ­ ein von Kriegseinwirkungen, notdürftigem Wieder-aufbau und Feuchteschäden gezeichnetes Mietshaus in halboffener Blockrandbebauung mit tiefem Obstbaum-bestandenem Grundstück bis hinunter zum Flüsschen Panke. Die Restsubstanz bar jeder Schönheit, die Grundrisse mit Kammern, Durchgangszimmern und ungünstiger Orientierung ohne angemessene Zweckmäßigkeit. Als Grundqualitäten der Substanz ver-blieben eine stringente Tragstruktur aus Ziegelmauerwerk und Holzbalken-decken sowie die einfache Kubatur mit straßen- und gartenseitig ruhig gegliederter Lochfassade. Nach Entfernung sämtlicher verbrauchter und statisch unwirksamer Bauteile wurden daraus 3 Wohneinheiten entwickelt, eine Maisonette-Wohnung mit Gartenzugängen im Souterrain, eine Etagen-Wohnung mit vorgehängtem Balkon sowie als Aufstockung eine um 2 eingeschnittene Terrassen orientierte, introvertierte Dachwohnung. Die Grundrisse der Wohnungen sind jeweils klar in Wohn- und Individualbereich getrennt. Geräumig, offen und flexibel der nach Süden zum Garten hin orientierte Raum für Wohnen, Essen und Kochen, kompakt die Zimmer und das Bad, effizient organisiert um eine separate, geräumige Diele.
Die Aufstockung respektiert das schlichte Volumen des alten Gebäudes, überhöht seine kubische Gestalt. Es ist konzipiert als Solitär, der später einmal bei Schließung der benachbarten Baulücke das Ende einer Blockrandbebauung markieren kann. Subtil ablesbar bleiben die Eingriffe in die Bausubstanz. Die vorhandenen Fenster der straßen- und gartenseitigen Lochfassaden wurden hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit optimiert. Sie wurden im Brüstungsbereich zu sehr schlanken französischen Fenstern vergrößert und innenbündig in die Außenwand gesetzt, so dass sich kleine, gut nutzbare Austritte ergeben. Die neu gesetzten Fenster des Bauwichs und des Dach-geschosses sprechen eine andere, deutlich zeitgemäße Sprache. Plan in die graugrüne Putzfassade eingefügt markieren sie diejenigen Flächen des Gebäudevolumens, die durch Ein- und Trennschnitte entstanden sind, die Dachterrassen und das Ende des Blockrandes. Die Fenster selbst sind mittels Überlagerungen mit mattiertem Glas zu großformatigen Bildern zusammengefaßt, die abhängig von der innerern Beleuchtung immer neue Bildvariationen entstehen lassen.