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U2 U-Bahnstation in Wien

GUSSGLAS PRÄGT DIE NEUE U2
Die U2 verbindet den historischen Stadtkern mit den östlichen Stadtentwicklungsgebieten jenseits der Donau. Das Bild der neuen U-Bahnhöfe muß sich demzufolge sowohl in den historischen Kontext Wiener Blöcke einfügen, als auch identitätsstiftenden Einfluß auf die Neubaugebiete ausüben. Als Materialien mit erforderlicher Stärke und Eigenständigkeit werden hierzu Gußglas ­ eine Reminiszenz an Otto Wagner ­ und ein im Glaston graugrün eingefärbter, geschliffen und versiegelter Sichtbeton vorgeschlagen. Sie bestimmen sowohl die Oberflächen der oberirdischen Baukörper ­ der Einhausungen und der Hochbahnhöfe ­ als auch der unterirdischen Bahnhöfe, prägen ihren monolithischen Charakter. Auch die Gußglas-Elemente der oberirdischen Trassenbrüstungen stehen im Kanon dieser materiellen Prägnanz. Durch Gußglaskörper tauchen die Fahrgäste in die helle graugrüne Welt der U-Bahnhöfe. Ihre klar verglasten Stirnseiten eröffnen noch einmal einen kaleidoskopartigen Blick auf den städtischen Straßenraum, bevor die Fahrgäste entlang matt glänzender Betonoberflächen zu den Bahnsteigen geleitet werden.

GLASBAND SICHERT DIE BAHNSTEIGE
Sicherheit und Zuverlässigkeit sind oberstes Gebot für eine U-Bahn, die ihre Attraktivität gegenüber dem Individualverkehr behaupten möchte. Ein fahrerloser Betrieb mit geschlossener Bahnsteigkante gehört bereits jetzt zum Sicherheitsstandard neuer metropolitaner U-Bahnlinien (z.B. Paris). Ein solches System bildet somit auch die konzeptuelle Basis der Bahnsteiggestaltung für die neue U2 der Wiener Linien.Eine beidseitig verglaste Stahlrahmen-Konstruktion bildet dabei den sicheren Abschluß zwischen Bahnsteig und Gleiskörper. In dieser Konstruktion ist flächenbündig ein Großteil der technischen Infrastruktur integriert, die dem Zutritt zur Bahn, der Information, der Sicherheit, der Sauberkeit und dem Warten dient. Abgeleitet aus den Geometrien der Wiener U-Bahnen besteht sie aus standardisierten Elementen, die nicht nur in den neuen unter- und oberirdischen Stationen zum Einsatz kommen können, sondern die ebenso in den bestehenden Stationen nachgerüstet werden können.Gegenüber dieser gläsernen Wand faßt in Blickhöhe eine horizontale Kerbung der Betonschale sämtliche elektrischen und elektronischen Komponenten (Beleuchtung, Projektoren, Kameras etc.) mit den bahnhofsspezifischen Informationen und Richtungsanzeigen zu einem linearen Band zusammen.